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Schafsbinde, Schwindelkirsche, Teufelsbinde, Teufelskirsche, Waldnachtschatten,
Walkerbaum, Wutbeere
Ab Ende Mai blüht die Tollkirsche im Juli erscheinen die namengebenden
schwarzglänzenden Beeren. Die "Königin der Nachtschattenpflanzen"
ermöglichte durch den in Euphorie versetzenden Wirkstoff (Alkaloid
Atropin) den Hexen zum Fliegen. Die gesamte Pflanze wirkt narkotisch
und krampflösend; sie wird in Mittel- und Südeuropa als Tee
genossen oder geraucht. Der Name "belladonna" = schöne Frau" erscheint
bereits in Kräuterbüchern des 16. Jhdts. und geht wohl darauf
zurück, daß der Saft, in die Augen getröpfelt, die Pupillen
vergößert. Früher haben sich - vor allem italienische -
Frauen deshalb Tollkirschensaft in die Augen geträufelt. Medzinisch
wird der Wirkstoff Atropin heute noch in der Augenheilkunde zur Pupillenerweiterung
genommen. Verwendung auch bei Parkinsonscher Krankheit.
In der Magischen Welt Harry Potters
ist Belladonna eine Zaubertrankzutat.
Wenn
ein Mädchen in der Bukowina einem Burschen gefallen und beim Tanz
das erste sein wollte, mußte es an einem Sonntag im Fasching mit
seiner Mutter, in Sonntagskleidern angetan, ins Feld gehen und in einem
Leinensäckchen Brot, Salz und Branntwein mitnehmen, eine Tollkirschwurzel
ausgraben und ihre mitgebrachten Sachen an jener Stelle zurücklassen.
Auf dem Nachhauseweg mußte es dann die Wurzel auf dem Haupte tragen
und so blieb die gewünschte Wirkung nicht aus.
Ein riskantes Liebesrezept besagt: "Der Extrakt der Tollkirsche,
in starker Verdünnung und winziger Menge eingenommen, steigert bei
Frauen die sexuelle Erregung".
ACHTUNG: Alle Teile der Pflanze sind giftig und der Genuß
weniger Beeren kann zum Tode führen!!
Buchtipp: Berger, Markus. / Oliver
Hotz Die
Tollkirsche. Königin der dunklen Wälder 150 S. Nachtschatten
Verlag 2005
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