Liebesorakel
mit Pflanzen
Mich hat ein Halm gemachet froh:
Er sat, ich sollte Gnade finden,
Ich maß ein kleines Stückchen Stroh,
Wie ich zuvor es sah bei Kindern,
Nun höret zu und merket auf,
ob sie`s es tu:
Sie tut, tut`s nicht, sie tut, tut`s nicht, sie tut.
Wie oft ich messen mocht, stets war das Ende gut.
Das tröstet mich, doch Glaub`
gehöret auch dazu.
(Walther von der Vogelweide)
Wenn Liebesorakel (und schon gar nicht mit Grashalmen) auch nicht
mehr so recht in unsere moderne Zeit passen, so macht es vielleicht doch
Spaß, darüber zu lesen und sich dabei zu amüsieren.
Das Gänseblümchen, die Margerite,
der Klatschmohn und der Löwenzahn
waren die bekanntesten Orakelpflanzen. Durch Abzupfen der Blütenblätter
versuchte man festzustellen: er liebt mich, er liebt mich nicht bzw. er
liebt mich von Herzen, mit Schmerzen, ganz viel, ein bißchen, gar
nicht - oder die Anzahl der Jahre herauszufinden, die noch bis zur Hochzeit
vergehen würden.
Goethe setzte der Margerite ein Denkmal in der Gartenszene des Faust,
wo Gretchen die weißen Blütenblätter mit dem heute noch
bekannten Spruch abzupft.
Als Heiratsorakel wurden auch zwei Buxus-Blätter auf die heiße
Herdplatte gelegt. Sie kräuseln sich dann - entweder auseinander oder
aufeinander zu!
Am Sonnwendabend machten die Mädchen einen Kranz aus sechs Grasschmielen
(Deschampsia caespitosa) in bestimmten Verschlingungen und zogen ihn dann
auseinander. Was dabei entstand, war entweder ein einfacher Kreis oder
Korb oder ein doppelt verschlungener - ist die Liebe ganz, so gerät
der Kranz, ist die Liebe entzwei, ist ein Korb dabei.
Weitere Beispiele in den Zauberpflanzenporträts!
Buchtipps:
Das
HerzOrakel. Dieses Orakelspiel verrät Ihnen alles über Ihr
Liebesglück! von Hildegard Toma Coppenrath, 2005
Das
Liebesorakel. Amors Botschaften. Karten von Toni Carmine Salerno Silberschnur
2006
Lenormand
Liebesorakel. Für Singles und Paare (Ansata) von Iris Treppner
Ansata 2006
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