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Als Liebespflanzen galten vor allem solche, deren Wurzelstock Ähnlichkeit
mit den menschlichen Geschlechtsteilen aufweisen,
z. B. Knabenkräuter, deren Knollen den männlichen Hoden
ähneln.
Hier ist die Wirkung wohl eher psychisch.
Alkaloide in den Pflanzen wirken psychedelisch und bewußtseinserweiternd,
stimulierend und leistungssteigernd. Deshalb können Aphrodisiaka auch
eine Intensivierung und Steigerung der erotischen, sexuellen und sinnlichen
Empfindungen erzeugen.
Andere Pflanzen können in unserer streßgeplagten Gesellschaft
die Entspannung fördern, beruhigen und dadurch das Liebesleben positiv
beeinflussen.
Es gibt Pflanzen, die durch ihren Eiweißgehalt und/ oder Vitamingehalt
Kraft geben und anregen. Wenn sie die Niere, Blase reizen (z. B. die Petersilie)
oder die Durchblutung anregen (Basilikum), wirken sie dadurch indirekt
auf die Sexualorgane.
Niemand braucht Aphrodisiaka im Sinne von benötigen
-
aber viele Menschen gebrauchen sie im Sinne von sinnvoll, gewinnbringend.
Zum nackten Überleben braucht man ja auch keine Austern, es genügt,
Brot zu essen - aber auch das beste Brot wird einmal fade. Ein Braten kann
auch ohne Gewürze serviert werden,
er nährt, aber er schmeckt nicht.
In vergangenen Zeiten wurde geraten, Aphrodisiaka einzunehmen, um
die Glut zu erhalten, ehe das erste Liebesfeuer erloschen ist - in der
modernen Welt geht man zum Psychiater. So nimmt man gerade in Asien ein
Aphrodisiakum lieber zu früh als zu spät ein. Statt den jeweiligen
Partnern zugunsten eines aufregenderen neuen fallenzulassen, haben Menschen
auf der ganzen Welt jeden Alters sich auf die stimulierende Wirkung von
Aphrodisiaka verlassen. Immer waren diese mit Magie verbunden, die wirksamsten
Mixturen wurden von den Dorfhexen, Zauberern oder Medizinmännern verkauft.
"Aphrodisiaka sind keine Stoffe, die bestimmte Fehlfunktionen
ausgleichen, sondern es sind Stoffe, die das Empfinden von Erotik und Sexualität
verändern, erweitern und verfeinern können. Sie sind eigentlich
Gewürze, mit denen die eigenen erotischen Erfahrungen in neue Gefilde
gebracht werden." (Christian
Rätsch)
Alle Liebespflanzen erzeugen keine Lust auf Knopfdruck, denn Erotik, sexuelles Erleben ist
immer ans Gehirn gekoppelt. Die Liebespflanzen, die hier vorgestellt werden, sollen das normale Zusammensein aus dem Alltäglichen herausheben,
einen entspannten und liebevollen Rahmen schaffen. Und vor allem: wir stellen
nur die Pflanzen vor, die man auch im eigenen Garten pflanzen kann.
Zum "Liebeszauber" gehört auch der betörende Duft mancher
Pflanzen, der pherom-artig wirkt und dadurch das Unbewußtsein auf
Sex vorbereitet. Und natürlich die symbolische Bedeutung der Blumen in der Blumensprache. Rosen sind z. B. traditionell die beliebtesten Blumen für eine Hochzeit. Lange Zeit steckte die langstielige samtrote 'Bacchara' in fast jedem Brautstrauß. Dieser hatte übrigens vor langer Zeit sogar eine praktische Funktion zu erfüllen: In den Kirchen herrschte während der Trauung aufgrund von Schweiß und übertriebenem Einsatz von Weihrauch oft dicke Luft. Durch den - intensiv duftenden - Strauß sollte die Braut vor Ohnmachtsanfällen bewahrt werden! Im Liebespflanzen-ABC habe ich durch einen Vermerk gekennzeichnet, welche Brautstraußblumen für welchen Monat besonders geeignet sind, denn nicht alle Blumen stehen blütenmäßig immer zur Verfügung. Wußten sie übrigens, daß Brautkleider früher schwarz waren und die Braut in Asien in Rot heiratet? Heute stehen auch andere Farben zur Auswahl, doch die Meisten heiraten immer noch "ganz in weiß mit einem Blumenstrauss", wie Roy Black es einst besang.
Beim "erotisierenden Bad" werden Sie die
erotische Kraft der ätherischen Öle der Pflanzen mit Leib und
Seele spüren, denn sie schmeicheln der Nase, den Augen und der Haut.
Und in der Liebesküche kommen alle
5 Sinne auf ihre Kosten!
Nicht unerwähnt bleiben soll, daß es "anaphrodisierende"
Pflanzen gibt, also solche, die die Lust dämpfen! Dazu gehört
die Weinraute!
Auch viele Namen der Pflanzen künden von Liebe: Braut im Haar,
Brennende Liebe, Gedenkemein, Herzgespann, Jelängejelieber, Liebstöckel,
Mannstreu, Maßlieb, Nachtschatten, Rührmichnichtan, Tränende
Herzen, Vergissmeinnicht... um nur einige zu
nennen!
"Liebeslauben"
waren früher große Mode (Lied: "Komm in meine Liebeslaube, in
mein Paradies, denn in meiner Liebeslaube träumt es sich so süß...")
und sind eigentlich leicht zu verwirklichen. Klassisch wäre die Verwendung
von stark duftenden Sorten des Geißblatts (Je-länger-je-lieber...!
Lonicera ssp.), um das Glashaus zu schmücken. Ein besonders dichtes, fast regenfestes Blätterdach über einen offenen Pavillon
bilden Pfeifenwinde (Aristolochia macrophylla). und Wilder Wein
(Parthenocissus quinquefolia). Lebenslust symbolisiert der „echte“,
früchtetragende Wein (Vitis vinifera) der aber leider
oft an Mehltau leidet... Für Blütenträume bietet sich auch
der Blauregen an (Wisteria floribunda oder sinensis).
Bei einem etwas geheimnisumwobenen - vielleicht wie ehemals oft heimlichen - Treff (heute ja wohl eher "Date" genannt) in der Liebeslaube kommt dann u. a. auch noch das anregende, euphorisierende Element beim Verzehr von Süßigkeiten zum Einsatz - dargeboten auf einer schönen blumengeschmückten Etagère vielleicht? Nicht zu vergessen ist auch die wichtige Rolle der dargebotenen Liebesgetränke!
"Erspüren" Sie die erotische Kraft der Pflanzen -
wenn es um die Liebe geht - also um "Sexy Plants" -
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