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Zauberpflanze Levisticum officinale Liebstöckel, |
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Badkraut, Gichtstock, Labstock, Leberstockkraut, Liebrohr, Lieberstöckel, Luststecken, Luststöckl, Sauerkrautwurzel, SipeHeißt mich die Liebe, mit der ich im Gärtchen alles umfasse. Zwar durch Saft und Geruch, so glaubt man, soll diese Pflanze Schaden den Zwillingssternen der Augen und Blindheit bewirken. Aber die kleinen Samen der Pflanze pflegen doch manchmal als Beisatz Andrer Arznei durch fremdes Verdienst sich Lob zu erwerben (Walahfrid Strabo, Hortulus) Erstmals erwähnt wird Liebstöckl als "Sipe" in der Landesgüterverordnung
Karls des Großen um 800. In fast allen mittelalterlichen späteren
Kräuterbüchern wird Liebstöckel als heilendes Kraut erwähnt
- die Heilige Hildegard von Bingen z. B. verordnete Liebstöckel bei
Lungenschmerzen und Wassersucht. Heute noch findet sich das Kraut in vielen "Bitterschnäpsen" und "Kräutertropfen", die als Verdauungshilfe
gedacht sind.
Liebstöckl kann überall (aber sparsam!) verwendet werden, wo ein kräftiges Fleischbrüharoma gebraucht wird. Der eigentümliche Geruch und Geschmack nach Suppenwürze (Maggi`s Suppenwürze - dafür wurde aber niemals dieses Kraut verwendet) verlieh der Pflanze im Volksmund den Namen "Maggikraut"; wobei es aber nicht ganz so salzig schmeckt,so daß man es auch für Käse- und Quarkspeisen verwenden kann. Liebstöckl ist in der Landgüterverordnung von Karl dem Großen aufgeführt.
Einen Badezusatz der besonderen Art, der nicht nur als Liebeszauber dient, sondern auch Unterleibsbeschwerden lindert, erzielt man, indem 50 Gramm getrocknete Wurzel in ca. einem Liter Wasser aufgekocht und dann auf 5 Liter verdünnt werden. Der Name an sich hat weder mit Liebe noch mit einem Stock zu tun, denn er kommt vom früheren Namen Ligustrum Levisticum - lat. libusticum ligusticum = Kraut aus Ligurien. Doch es war immer schon ein "liebes Stöckl", in dessen Kräfte man Vertrauen setzen konnte. Wenn man Dioscorides glauben will: "Wurzel und Samen des Liebstöckel treiben den Harn und verhelfen Männern und Frauen nicht nur zu unkeuschen Gelüsten, sie tun es auch mit Begierde und Wonnen hernach". In Norditalien tragen die Mädchen ein Liebstöckl-Sträußchen unter dem Rock um den Auserwählten zu becircen und in Böhmen wurden schon kleine Mädchen im Liebstöckl-Badewasser gewaschen, damit sie später Männern gefallen würden. Auch vom Geschmack her lassen sich "aphrodisische" Schlußfolgerungen
ziehen - zuerst süßlich, dann scharf würzig!
Linktipps:Liebstöcklrezepte
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