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Augenkraut, Frauentränen, Marientränen, Schneetropfen
Diese uralte Kulturpflanze ist immer ein Glücks- und Liebessymbol
gewesen, weshalb sie z. B. in den Brautsträußen steckt. In der
Blumensprache drücken Maiglöckchen "innige Liebe" aus. Das Grün
der Blätter steht für Hoffnung, das Weiß der Blüten
signalisieren Reinheit.
Wer Maiglöckchen am 1. Mai bei sich trägt, soll das ganze
Jahr Glück haben - deshalb ist es heute noch in Frankreich Sitte,
am "Maiglöckchentag" (jour de muguet) auf allen Straßen Maiglöckchensträuße
als Glücksbringer (porte-bonheur) zu verkaufen.
Ein Tip: Beim Schnitt für die Vase sollte man nicht mit der
Schere arbeiten, sondern die Stengel herauszupfen!
Eine Legende besagt, daß das Maiglöckchen dort entstanden
ist, wo Maria neben dem Kreuz ihre Tränen vergoß, daher stammen
die Namen "Frauen- oder Marientränen" und deshalb gehört
es zu den "Marienblumen, Marienpflanzen" und ist christliches Symbol des Heils, der reinen
Liebe.
In alten Kräuterbüchern heißt die Pflanze aus der
Familie der Liliengewächse noch "Lilie der Täler" ("Lily of
the valley).
Früher glaubte man, daß, wenn man mit Maiglöckchen
das Gesicht abreibt, die Sommersprossen verschwinden. Auf diesen
Glauben beziehen sich die Anfangsverse des Gedichts von Uhland
"Mit dem Tau der Maiglöckchen wäscht die Jungfrau ihr
Gesicht, badet sie in goldnen Locken".
Als Schnupftabak noch Mode war, dienten die Stiele als Bestandteil
des "Schneeberger Schnupftabaks", der "das Gehirn reinigen" sollte.
Maiglöckchen mischt sich zum Räuchern gut mit Rose,
Rainfarn und Thuja.
Seine
medizinisch herzstärkende Wirkung ist seit Jahrhunderten bekannt. Die Ärzte
des Humanismus, für die es noch das Hauptherzstärkungsmittel
war, wählten es als Berufs-Emblem - als "salus mundi", Heil der Welt.
Das Maiglöckchen ist giftig - in Agatha Christie`s Kriminalromanen wird gegelegentlich mit Maiglöckchenwasser gemordet.
Ganz neu sind Erkenntnisse der Forschung, daß Maiglöckchenduft den Samen zur Eizelle lockt; der Einsatz von Maiglöckchen-Duft-Lockstoffen
könnte für eine erfolgreiche In-vitro-Fertilisationstherapie
bedeutend sein - hier
mehr dazu lesen!
Maiglöckchen im Garten
Das Maiglöckchen, eine Modepflanze Ende des 19. Jahrhunderts, stellt
seine Schönheit im wahrsten Sinne des Wortes in den Schatten. Der
sprichwörtliche Duft "bricht das Eis des Winters und der Herzen"
stellte Heinrich Heine fest. Die schon im Hochsommer erscheienden und im
Winter schmückenden roten Beeren enthalten allerdings ähnliche
Giftstoffverbindungen wie der Fingerhut. (Vorsicht bei Kindern!).
Die bekannte Duftstaude eignet sich (natürlich nicht gerade
während der Blütezeit) gut als begehbare Fläche für
schattige Standorte- und als Nachtdufter
für das Mondscheinbeet. Die Blattgruppen akzeptieren Tritte ohne
weiteres. Schneidet man die verblühten Blütenstengel ab, bilden
sich auch keine - aber im herbstlichen Garten schön aussehenden -
roten, erbsengroßen Früchte.
Einzeln stehende Pflanzen blühen übrigens nicht gern,
deshalb sollte man Maiglöckchen immer in größeren Gruppen
zusammensetzen - und sich so eine "Maiglöckchenwiese" schaffen. Maiglöckchen
verbreiten sich sehr schnell (wie die unbeliebte Quecke!) durch unterirdische
Ausläufer bzw. Rhizome.
Convalleria majalis 'Grandiflorum' große, duftende, weiße Glocken, "Plena" ist eine gefüllte Form, "Rosea"
blüht zartrosa (!). Die Sorte Convallaria majalis striata zieren nicht nur die duftenden Blüten, sondern die Blätter sind dekorativ weiß gestreift; breitet sich nicht so stark aus, wie die grüne Sorte.
Linktipp:
Gedicht: Hoffmann von Fallersleben Maiglöckchen
läutet in dem Tal...
buch - und Geschenktipps:
Das
Maiglöckchen. Vom Wundermittel zum Mauerblümchen von Torkild
Hinrichsen
Fischer, Dorothea (Hrsg.) Maiglöckchen
– Variationen eines traditionellen Strickmusters BoD 2004
Maiglöckchen
Duftöl / Teelicht
Maiglöckchen-Duft / Maiglökchen Duftkerze
noch
mehr Geschenktipps zum Maiglöckchen
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Aktualisiert am 27.05.2010
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