Thymian ist eine alte Heilpflanze: "er treibt die Schleime aus dem Körper
und stärkt Brust und Lungen ... macht auch guten Atem und beseitigt
das Keuchen" heißt es in alten Kräuterbüchern. Noch
heute wird Thymiankraut bei Atemwegserkrankungen eingesetzt, da es krampf-
und schleimlösend wirkt. Daß Thymian antiseptische Wirkung
hat, wußten schon die alten Ägypter, die ihn deshalb zu Mumifizierungszwecken
verwendeten.
Thymian gilt als reinrassiges Aphrodisiakum. Der
Begriff "Thymus" kommt aus dem griechischen Wort thymos = Lebenskraft
und symbolisiert somit Stärke und Kraft. Die Griechen benutzten Thymian
vor allem auch als Räucherpflanze.Vor der Schlacht nahmen
die römischen Legionäre Thymianbäder; sie sollten ihnen
Mut und Kraft verleihen - heute belebt ein solches Bad
müde
Liebende. Thymian gilt seit dem Mittelalter als reizfördernd.
Die französische Küche nennt ihn das "Herz der raffinierten
Küche". Er läßt sich mit den den ebenfalls aphrodisischen Gewürzen
Petersilie,
Knoblauch,
Zwiebeln, Lorbeer, Muskat,
Salbei und Rosmarin
kombinieren.
Thymian im Garten
Thymian ist als begrenzt begehbar geeignet für Duftpfade
und -wege. Er ist wunderbar geeignet, farbige Duftmusterteppiche zu entwerfen
– ein weiß-purpurrotes Schachbrett z. B. sieht schon mit je 7 Pflanzen
pro Farbe attraktiv aus. Als Vorbereitung für einen solchen Teppich
sollten Sie alle größeren Steine von der Erdoberfläche
entfernen, den Boden glattziehen und als Unkrautschutz eine dünnen
schwarze Polyethylenfolie über die Fläche ausbreiten. Schneiden
Sie um die Wurzelballen der einzusetzenden Pflanzen ein Loch in die Folie
und drücken Sie den Boden um die Pflanze nach dem Einpflanzen in das
Loch sanft an. Nachdem alle Pflanzen eingesetzt sind, verteilen Sie groben
Sand oder feinen Kies auf die Folie; so wird die Feuchtigkeit zurückgehalten
und der Unkrautwuchs unterdrückt. Die Thymianpflanzen werden sich
schnell über diese Schicht ausbreiten.
Die Vielzahl kriechender Thymus-Arten wird oft zusammengefaßt
unter der Bezeichnung "Quendel". Sie wachsen wild auf kargen, kalkhaltigen
Felshängen und in Magerrasen, immer in voller Sonne, überdauern
Trockenperioden und vertragen ebensowenig länger anhaltende Nässe
wie mehr als eine knappe Kompostgabe im (Früh)Jahr, evtl. etwas Steinmehl.
Sie wachsen zwar langsam, aber sie entwickeln ihr Aroma, und die Triebe
erlangen ein Reifestadium, das sie frostsicher über den Winter bringt.
Bis dahin sollte man in schneearmen, kalten Wintern das südländische
Kraut mit Fichtenreisig zu schützen versuchen. Alte Polster verkahlen
gern von innen. Gelegentliches Teilen und Neupflanzen erhält die geschlossene
Form. Attraktiv ist ein "Thymian-Beet" mit verschiedenen Arten und Sorten
- mit völlig anderer Wirkung als ein Kamillerasen!
Im Vordergrund als Randbegrenzung gepflanzt, kann so der „Einstieg“ in
das Staudenbeet, um dort die notwendigen Arbeiten zu erledigen, duftreich
genossen werden. Außerdem bereichert er jeden Plattenweg, in dem
man eine Platte ausgespart ist und ein Thymianpolster dazwischenpflanzt
wurde. Das ist auch bei Treppenstufen möglich, wenn die Bedingungen
stimmen.
Der kriechende Feldthymian oder „echter Quendel“ (Thymus pulegioides)
eine niederliegende, bisweilen aber auch buschig wachsende, heimische Art
gilt als weit verbreitet. Er gedeiht auch in weniger kalkreichen Böden,
gelegentlich sogar an feuchteren Stellen und ist winterhart genug, um damit
einen Thymianrasen anzulegen. Achten Sie aber auf Sortenechtheit und mischen
Sie in die Pflanzfläche Sand hinein.
Thymus x citriodorus bietet
ein wirklich intensives Zitronenaroma, ist nicht so blühfreudig, wächst
aber sehr niedrig und eignet sich ebenfalls als Duftrasen. Er verträgt
auch etwas Schatten, während die Sorte "Variegatus" höheren Lichtbedarf
hat.
Thymus serphyllum, der Feldthymian oder Sand-Quendel diente
früher als "Thymiankerzlein" zur Herstellung von Räucherkerzen.
Der Kümmelthymian (Thymus herba-barona) gehört zu den kriechenden Formen, die stets ordentlich aussehende,
etwas höhere und doch nicht zu hohe Hügel bilden. Mit etwas Geduld
webt sich so ein dunkelgrüner (begehbarer) Duftteppich, der in das
Kräuterbeet, zwischen Trittsteine, um die Kräuterspirale oder
als Wegbegrenzung paßt. Kümmelthymian ist sehr blühfreudig
und seine feinen, spitz zulaufenden Blättchen liefern ein ausgezeichnetes,
in England tradionell verwendetes, Rindfleischgewürz.
Kriechquendel (Thymus praecox var. pseudolanuginosus), Silberthymian (Thymus necefferi) und Lavendelthymian (Thymus tracicus)
erweitern das Farb- und Aromaspiel.
Bienen (Boten der Götter!) zieht Thymian mit Sicherheit "magisch"
an!