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Blaues Mausöhrlein
Der Frühling läßt sein blaues Band durch den Garten flattern ...(Mörike)
Bis ins 19. Jahrhundert wurde zwischen den einzelnen Arten des Vergissmeinnichts, eine Gattung aus der Familie der Rauhblattgewächse (Boraginaceae)praktisch nicht unterschieden, in Abbildungen seit dem 16. Jahrhundert kann man aber immer wieder Myositis palustris, das Sumpf-Vergissmeinnicht (mehrjährig, wächst auf Feuchtwiesen und an Bachufern),
seltener das Acker-Vergissmeinnicht (Myositis arvensis, einjährig, wächst in Äckern, an Wegränder, Ruderalstellen und in Gebüschen) identifizieren.
Nur einige Arten werden im Garten angepflanzt. Als Gartenpflanze werden Vergissmeinnicht erst seit circa 1830 Europa (mit Myositis sylvatica, wie der Name sagt in Wäldern zu finden) gezüchtet und es entstanden etliche Sorten. Der Name Myosotis stammt aus dem Griechischen und bedeutet Mäuseohr, was sich wohl auf die mäuseohrähnlichen Blätter bezieht (Blaues Mausöhrlein).
Wer einmal Vergißmeinnicht im Garten hat, besitzt es für
immer, denn es samt sich reichlich aus,sofern man ihm den nötigen halbschattigen Standort und frischen bis feuchten Boden bieten kann.
Viel bedacht in alten Schriften,
Legenden und Volksliedern, die von Trennung, Liebe und ewiger Erinnerung
singen, ist das Sumpf-Vergißmeinnicht, doch werden die Mythen auch auf das Garten-Vergissmeinnicht übertragen.
In den Poesiealben vieler Kindergenerationen in das Vergissmeinnicht inVersen und auf Glanzbildern verewigt worden.
Freundlich blüht an stiller Quelle
in des Mondes Silberlicht
eine Blume, zart und helle
und die heißt Vergissmeinnicht.
Rosen, Tulpen, Nelken,
alle Blumen welken,
aber nur die eine nicht,
und die heißt: Vergissmeinnicht
(Poesiealbumverse)
Für Kinder ein interessantes Experiment: Vergißmmeinnichtblütenstengel abschneiden und flach in eine Wasserschale legen. Am nächsten Tag
haben sich die Stengel aufgerichtet und stehen senkrecht!
"Das gelbe Vergissmeinnicht" ist ein alttürkisches Märchen der Nomaden aus der Sammlung "Die Nachtfeuer der Karawan - Serail"
Der Kräuterbuchautor Adam Lonitzer schrieb ihm aphrodisierende Wirkung zu:
"Die Wurzel angehenkt soll die Buhler holdselig und werth machen"
und ein mittelalterlicher Vers rät dem Mann:
Mit frauen minniglich/ sol man reden von Claidern reichlich/
und von Plumen geben Vergißmeinnicht".
Für ein Liebesorakel sollte man in der Walpurgisnacht (30.4.) etwas Erde auf einen Stein geben und zwei Vergissmeinnicht darauf pflanzen. Wuchsen diese aufeinander zu, galt das als Hinweis, dass der oder die Geliebte treu bleiben oder man bald heiraten würde.
Was das Vergißmeinnicht in der Blumensprache ausdrücken
will, ist schon aus seinem Namen ersichtlich. Es soll die einzige Pflanze sein, deren Namen in allen Sprachen die gleiche Bedeutung hat - z. B. im Englischen forget-me-not, auf Französisch ne m’oubliez pas oder wu wang cao auf Chinesisch, was soviel wie „Nicht-Vergessen-Kraut“ heißt. In Berlin, so heißt es, hat man früher zum Jahreswechsel zahlungssäumigen Kunden ein Vergissmeinnichtpflänzchen geschickt...
Einer Legende nach soll das zarte Pflänzchen seinen Namen siner Vergesslichkeit verdanken. Weil es sich nach der Erschaffung der Welt einfach nicht merken konnte, wie es hieß, habe ihm der Schöpfer den neuen Namen Vergissmeinnicht gegeben.
Die beiden Frühjahrsblüher
Kaukasusvergißmeinnicht, 'Brunnera macrophylla'
und Gedenkemein (Frühlingsgedenkemein Omphalodes verna (braucht mehr Feuchtigkeit als das zweijährige Vergissmeinnicht)
haben ebenfalls viele kleine hellblaue, vergissmeinnichtähnliche Blüten und sind atttraktive winterharte Stauden. Für die Vergissmeinnichtblüte im Sommer bietet das Sommervergissmeinnicht (Ochsenauge, Anchusa azurea) den beliebten blauen Blütenschleier im Garten.
Link- und Geschenktipps:
Weitere Arten des Vergissmeinnichts Myosotis alpestris (Syn. pyrenaica, Alpen-Vergissmeinnicht), Myosotis nemorosa (Hain-Vergissmeinnicht)...
Bodensee-Vergissmeinnicht (endemisch)
Vergißmeinnicht
im Pflanzenshop
Sonderbriefmarke Berlin 1977 mit Vergissmeinnicht
Gedicht: Kulmann,
Das Vergißmeinnicht
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Aktualisiert am 27.05.2010
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