Der Gewürzfenchel, Fruchtfenchel, Samenfenchel war schon in den alten Hochkulturen Ägyptens, Griechenlands,
Arabiens und Chinas als Gewürz- und Heilpflanze bekannt. Das filigrane,
wunderbar zu tastende Laub des Fenchels gibt Salatsaucen und Fischgerichten
einen "anisigen" Pfiff, die Blütendolden eignen sich für eingelegte
Gurken, die reifen Früchte für Tee.
Der Gewürzfenchel ist im Gegensatz zum Gemüsefenchel
eine ausdauernde Staude. Vor ungefähr 30 Jahren war der Gemüse- oder Knollenfenchel
(Foeniculum vulgare ssp. vulgare var. azoricum) in Deutschland noch weitgehend unbekannt. Erst durch Importe aus den Mittelmeerländern insbesondere aus Italien ist er heute in ganz Europa verbreitet.
Fencheltee ist sicher bekannt. Tradionell bekamen Frauen nach der Entbindung
Fenchel geschenkt - um die Fliegen vom Baby abzuhalten und mit dem daraus
zubereiteten Tee die Milchproduktion anzuregen. Er enthält große
Mengen an Beta - Carotinoiden, die im Körper eine krebsschützende
Wirkung haben und reichlich ätherische Öle. Diese fördern die Verdauung, regen die Funktion der
Drüsen an und wirken oft auch schleimlösend und beruhigend. Dabei
hat Fenchel wenig Kalorien und bringt z. B. an kalten Wintertagen richtig Power!
Fenchelblüten ziehen reichlich Nützlinge an, Schwebfliegen, Florfliegen usw.
Fenchel am Johannistag in die Schlüssellöcher
des Hauses gesteckt, ließ die unerwünschten Geister das
ganze Jahr nicht mehr herein!
Plinius
empfahl die Arzneipflanze, um Kraft und Mut zu steigern und die Jugend
zu verlängern. Er macht "Begierde zum Essen, stärcket die
leiblichen Geister und mehret den natürlichen Samen/ richtet die hangenden
Mannsruten wieder auf" - in der heutigen Sprache heißt das wohl:er
ist ein "Geilmacher ersten Ranges" und so findet man den Gemüsefenchel in einem modernen Kochbuch auch als "geiles Gemüse" bezeichnet. Das Kamasutra enthält ein Mixgetränkrezept aus Lakritze, Honig,
Zucker, Fenchelsaft und Milch, "um die Manneskraft zu steigern"
und Messegue sagt dem Fenchel als Liebesanreger in jeder Form, selbst noch
als Samen, viel Gutes nach.