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speziell Pfefferminze hier...
Nach eine Legende wurde die griechische Nymphe Mentha, Geliebte des
Hades von Persephone in wilder Eifersucht zerrissen; als duftendes Kraut
von der eifersüchtigen Göttin Proserpina in eine Pflanze verwandelt,
erschien ihr Leib wieder auf der Oberwelt.
In
der Antike rieb man die Tische mit frischen Minzblättern ein, um die
Fleischeslust anzuregen...Disocorides berichtet, daß die Minze "Krone
der Aphrodite" genannt wurde. Apulejus nennt sie mit direktem Bezug
auf Venus "Mentha venerea". Die wilden Minze, M. rotundifolia und
M. silvestris L, wurden häufig zum Bekränzen gebraucht, und eine
solcher Kranz, den Braut und Bräutigam trugen, wurde dann "Venuskrone"
genannt. Kräuterbuchautor Mattioli versichert, daß es
den männlichen Samen stärke. Beuchert berichtet über ein
altes griechisches Sprichtwort, daß besagt, man dürfe im Kriege
Minze weder aussähen noch ernten. Dies wurde so erklärt, daß
die durch die Minze angefachte Leidenschaft die Soldaten aufzehre.
Eine Spezies der heutigen Zeit, die "Dionysus-Minze" wurde nach
Dionysos, dem griechischen Gott der Ekstase benannt.
Pfefferminze ist heute noch ein wirksames Mittel gegen mangelndes
Lustempfinden, wirkt anregend und sogar gegen Impotenz. Besonders belebend
ist ein gemeinsames Bad in einem Minzeaufguß - der Duft stimuliert!
Schokolade gilt schon seit dem Mittelalter als Aphrodisiakum - mischen
Sie sich also einen Pfefferminz-Schokoladenlikör für das intime
Kaffeestündchen!
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler!
Ihr gebt den Zehnten von Minze,
Dill und Kümmel und lasst das Wichtigste im Gesetz außer
Acht: Gerechtigkeit,
Barmherzigkeit und Treue. Man muss das eine tun, ohne das andere
zu lassen.
Matthäus 23,23
Minzen sind vielfältig zu verwenden: als Duftstrauß
(Blumensträuße wirken lebhafter, wenn sie mit blühenden
Minzestengeln gebunden werden), Tischdekoration, für`s Bad oder
Aromakissen und natürlich in der Küche.
Zum Räuchern wurde Minze bei Gedächtnisschwäche
empfohlen und gegen Ohnmachtsanfälle wandte man sie an Stelle von
Riechsalz an, um die Lebensgeister zu wecken.
Astrologisch ist die Minze dem Merkur zugeordnet.

Minzen für den Duftpfad
Wer seinen Garten nicht als "Paradefeld" betrachtet, sondern als Stätte
der Entspannung als "grünes Zimmer der Wahrnehmung und als Betätigungsraum
für Beobachtungen und Liebhabereien", dem empfiehlt Plenzat die Anlage
eines Minzepfades, der sich durch die Rasenfläche zum Würz- und
Kräutergarten hinzieht.
Wer einen solch "wilden" Minzepfad anlegen möchte, durch den
man wie durch eine Wiese schlendert, dem wird heute eine Fülle von
Sorten und Duftvariationen angeboten.
Für den "gemäßigten" Minzepfad oder als Rasenersatz
empfehlen sich die Korsische Minze und die Kriechende Poleiminze.
In ihrer Heilkraft - und Gefährlichkeit - durchaus vergleichbar
mit der aufrechten Form (im Mittelalter als Streukraut gegen Fliegen verwendet)
bildet die rostresistente
Poleiminze (Mentha pulegium ssp. repens)
dichte, etwas grobe Matten, die gelegentliches Betreten problemlos
tolerieren. Jackie French schlägt in ihrem "Book of Mint" vor, die
Wäsche zum Trocknen auf einem Fleck Minze auszubreiten; ich habe den
Vorschlag etwas "gemäßigt" und stelle die Wäschespinne
auf einen Poleiminzeteppich - Wäscheaufhängen in einer Duftwolke!
Diese Poleiminze ist die einzige Minzeart, die am Boden kriecht und riecht
angenehmer als die aufrechte. Wenn man erst in der Blütenzeit mäht,
kann man (nicht nur) den Bienen noch eine Freude bereiten und die Blüten
für Potpourris ernten.
Kennen Sie die Korsische Minze (Mentha requienii)?
Sie macht Nasen und Fingerspitzen neugierig! Ein paar Platten dazwischen
schützen vor allzuvielen Fußtritten und verderben doch das Vergnügen
des Duftwandelns nicht. Sie verträgt etwas (!) Schatten, braucht allerdings
Feuchtigkeit und wächst sehr zart und langsam. Man kann gut auf dem
Rasen eine Fläche aussparen, um eine von Randsteinen begrenzte "Minzeninsel"
anzulegen.
Stellen Sie den Liegestuhl darauf und streicheln die Minze mit den
Händen, um so den Duft genießen zu können. Setzen dürfen
Sie sich auch - ganz vorsichtig - auf eine Bank aus korsischer Minze...
ich bin sicher, Sie werden manches Mal wie Vita Sackville-West "einfach
nur sitzen und denken" (die berühmteste Duftbank steht bekanntlich
in Sissinghurst). Sorgen Sie dafür, daß die kleine Pflanze weder
unter Staunässe, noch unter Trockenheit zu leiden hat. In kalten Gegenden
nicht zuverlässig winterhart – wobei die Winterhärte meiner Beobachtung
nach mit den Jahren zunimmt - mag sie einen Reisigzweig über dem Kopf.
Durch Selbstaussaat sorgt sie für Nachwuchs; da diese Selbstaussaat
aber unzuverlässig ist, empfiehlt es sich, einige Teilpflänzchen
z. B. separat im Frühbeetkasten zu überwintern.
Die Unterarten der "Zitronen-Pfeffer-Minzen" (Mentha piperata) waren
lange Zeit unter dem Namen Mentha odorata zusammengefaßt.
Diese Düfte sind leicht flüchtig und spielen der Nase manchen
Streich, die Gerüche "spielen" und laden zum Erkunden förmlich
ein. Pfefferminzen heißen im Volksmund auch Balsam, Englische Minze
oder auch Hausminze. Die niedrige Pfefferminze (Mentha x piperata var.
citrata Nana) ist wohl als einzige der vielen Sorten niedrig genug
für einen Duftrasen. Sie treibt sehr früh aus und hat einen milden
Mentholgehalt.
Alle Minzen sollte man nach 2-3 Jahren an einen neuen Standort setzen,
damit der Rostpilz (Puccina menthae) sie nicht unnötig schwächt.
Vermeiden können Sie diese Krankheit auch durch richtige Standortwahl:
halbschattig, humos, nie ganz trocken und gerne windexponiert. Bei der
Neupflanzung rate ich, die Minzen gut mit Kompost zu versorgen. Auch später
sind sie dankbar für regelmäßige Düngegaben.
Nimmer fehle mir auch ein Vorrat gewöhnlicher
Minze,
So verschieden nach Sorten und Arten, nach Farben und Kräften.
Eine nützliche Art soll die rauhe Stimme, so sagt man,
Wieder zu klarem Klang zurückzuführen vermögen,
Wenn ein Kranker, den häufige Heiserkeit quälend belästigt,
Trinkend einnimmt als Tee ihren Saft mit nüchternem Magen.
Noch eine Art dieser Pflanze, von mastigem Wuchs, ist vorhanden,
Die nicht mehr bloß eines kleinen Gewächses Schatten
verbreitet,
Sondern nach Art des Holunders mit starkem Stengel emporstrebt,
Spreitet nach allen Seiten die großen Flügel der Blätter.
Anders ist ihr Geruch und ihr Saft etwas herber zu trinken.
Wen aber einer die Kräfte und Arten und Namen der Minze
Samt und sonders zu nennen vermöchte, so müßte er
gleich auch
Wissen, wie viele Fische im Roten Meere wohl schwimmen,
Oder sie viele Funken Vulkanus, der Schmelzgott aus Lemnos,
Schickt in die Lüfte empor aus den riesigen Essen des Aetna.
Die Poleiminze
Nicht erlaubt des Gedichtes Kürze, die Tugenden alle
Dieser Minze Polei in eilendem Vers zu erfassen.
Soviel soll bei den kundigen Ärzten der Inder sie gelten,
Wie bei den Galliern wert ist ein ganzer Vorrat des schwarzen
Indischen Pfeffers. Vermöchte da einer noch länger zu
zweifeln,
Daß gar manche Beschwerden gelindert werden durch dieses
Kraut, wenn zu höchstem Preis es begierig erwirbt jenes reichste
Volk, das in Ebenholz schwelgt und in Gold, und welches dem Erdkreis
Köstliches liefert, was er nur will. O wie hoch sind zu preisen
Güte und Weisheit des mächtigen Donn'rers, die keinem
der Länder
Herrliche Gaben des Reichtums versagen; denn was unter diesem
Himmel nur selten du siehst, - in anderer Gegend ist dessen
Solche Fülle vorhanden wie hier von gewöhnlichsten Dingen.
Andererseits, was dir wertlos erscheint und verächtlich, das
kaufen
Mächtige Reiche vielleicht bei dir u beträchtlichen Preisen,
So daß Anteil gewinne ein Land am Ertrage des andern
Und durch die Länder der Erde ein einziger Haushalt bestehe.
Glaube mir, Freund, die Minze Polei, gekocht, wird dir heilen,
Sei es als Trank oder Umschlag, den stockenden Gang der Verdauung.
Künden wir hier, was mit ernster Methode wir sicher erkannten,
Mögen nach Recht und Brauch wir einiges, was wir nur hörten,
Fügen in unser Gedicht: Puleiumzweig mit Aurikel
Winde zum Kranze, daß Sonnenhitze nicht Kopfweg bewirke,
Wenn sie in freier Luft zur Sommerszeit dich durchströmet.
Wenn nicht, enteilend, Thalia mich zwänge, die Segel zu streichen,
Und mich die Muse mich mahnte, doch endlich den Hafen zu suchen,
Könnte ich, weitererzählend, dir mancherlei Blumen noch
pflücken.
Quelle: Walafried Strabo, Über den Gartenbau / De cultura hortorum
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Buchtipp:
Kleinod, Brigitte / Friedhelm Strickler Minze
Frisch - aromatisch - gesund 64 S. Ulmer Stuttgart 2006
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Aktualisiert am 27.05.2010
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