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(alte Synonyme: Lycopersicon esculentum, Solanum esculentum,
Lycopersicon esculentum, Lycopersicon lycopersicum) Paradeiser, Paradiesapfel,
Liebesapfel, Pomodoro, Domates, Tomat, Raice, Tómatur, Tomatoe,
Tomato
Die Tomate, eine einjährige, frostempfindliche krautige Pflanze
gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceen). Damit
ist sie u. a. eng mit der Kartoffel
(Solanum
tuberosum), der Tollkirsche und der
Alraune
verwandt.
Sie ist in Südamerika heimisch und kam erst nach der Entdeckung
Amerikas mit Seefahrern nach Europa. In Deutschland wurde die Tomate erst
nach dem ersten Weltkrieg als Gemüse wirklich bekannt. Der Name
Nachtschattengewächs beruht darauf, dass alle Pflanzen dieser Familie
Giftstoffe enthalten, die zu Vergiftungen (nicht „Schatten“, sondern „Schaden“)
und auch zur Bewusstlosigkeit (Um-„Nachtung“) beziehungsweise zum Tod führen
können. Trotzdem gehören die Pflanzen aus dieser Familie zu den
wichtigsten Kulturpflanzen. Weltweit sollen es 3.000 Sorten geben! Darunter
sind große oder kleinfruchtige rote, gelbe, orange, schwarze, runde
oder tropfenförmig, gerippte, längliche oder plattrunde Sorten.
Tomaten-Saft ist ein „Anti-Kater"- Getränk, da er Mineralstoffe
und Vitamine schnell wieder ausgleicht.
Die Österreicher dachten, Adam müsste von einer Tomate
verführt worden sein und nannten die tiefrote Frucht in Anlehnung
an das Paradies "Paradeiser". Die Italiener nennen ihr Lieblingsgemüse,
die Tomate, einfach und zärtlich "Goldäpfelchen": pomi d`oro.
In vielen Dialekten heißen sie auch Liebesapfel oder Paradiesapfel.
Die Deutschen empfinden in ihrer Bezeichnung "Tomate" den alten aztekischen
Namen "tomatl" nach, d. h. schlicht und ergreifend "Schwellfrucht".
Warum mußten ausgerechnet die Liebesäpfel für die
Treulosigkeit herhalten ?
Hinter der Redensart "Du treulose Tomate" steckt schließlich der Vorwurf der Unzuverlässigkeit.
Die Redensart hat ihren Ursprung im ersten Weltkrieg. Italien, an
sich mit Deutschland verbündet, hielt sich zunächst ganz aus
den kriegerischen Auseinandersetzungen heraus, bis es sich 1915 für
die Gegenpartei erklärte. In Italien mit seinem für Tomaten günstigeren
Klima wurden seinerzeit schon viele Pflanzen gezogen und ihre Früchte
gern verzehrt. In Deutschland waren die "Paradeiser " dagegen noch einigermaßen
ungewöhnlich und selten. Außerdem machte zunächst noch
mancher Fehlschlag die Kultivierung von Tomaten zu einer unsicheren Sache.
Das kam zusammen, und also setzte man die treubrüchigen, tomatenessenden
Italiener mit den so unzuverlässigen (weil noch nicht ohne Rückschläge
kultivierbaren) Tomaten gleich. Die Redensart von der treulosen Tomate
war perfekt.
(Quelle: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten“, Band 4
von Lutz Röhrig, Herder 1973)
"Menschenfressertomate" oder auch "Kannibalentomate" heißt Solanum viride, eine Pflanzenart, die auf den Fidschi-Inseln von kannibalisch lebenden Stämmen genutzt worden sein soll, um Menschenfleisch besser verträglich zu machen.
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